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Reenactment - Was ist das?

Reenactment ist der Versuch, Historie nachzuleben um dabei Verwendung und Gebrauch von Gegenständen zu ergründen. Das ist jetzt keine Definition aus dem Duden, sondern das ist meine persönliche Definition, die damit auch das beschreibt, was mir am Reenactment wichtig ist. Ich bin kein Verrückter, der wieder zurück ins Mittelalter will, aber ich will wissen und in lebendiger Weise erfahren, wie die Leute damals gelebt haben.

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Cantus Ferrum

1989_Schaukampftraining

Der Verein für erlebte Geschichte e.V. wurde 1988 gegründet.

Der harte Kern des Vereins bestand aus Klaus Wagner, Christian Wagner und mir - Robert Adunka. Daneben gab es noch ein paar andere, von denen mir jetzt aber nur Karl Aldinger einfällt. Klaus Wagner war anfangs die treibende Kraft hinter dem Verein. Er stellte damals auch den ersten Vorstand. Uns trieb historisches Interesse und der Wunsch die Geschichte unserer Gegend wirklich erlebbar und "begreifbar" (im wahrsten Sinne des Wortes) zu machen. Natürlich sollte der Spaß nicht zu kurz kommen. Auch einen Publikumsmagneten brauchten wir. Aus diesen Gründen wurde dann auch der Schaukampf begonnen. Bei der Darstellung des Kampfes wurde bewusst der publikumswirksamen Theaterstil einer historischen Korrektheit vorgezogen.

Zu Beginn war der Verein auf die Zeit zwischen 300 - 800 n. Chr. beschränkt. Wir wollten Germanen unseres Raumes (Amberg und Umgebung) darstellen und als geschlossene, einheitlich aussehende Gruppe auftreten. Wir haben verschiedene Auftritte in der Umgebung gehabt, wo wir unseren Schaukampf darstellten oder einfach nur das Lagerleben mit anderen Gruppen genossen.

Im Jahr 1992/1993 arbeitete der Verein unter meinem Vorstand mit der Abteilung für Vor- und Frühgeschichte des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg zusammen um für die Ausstellung "Die ersten Franken in Franken" einige Repliken aus der Merowingerzeit zu fertigen. Vom Verein wurde dem Museum als Leihgabe für die Dauer der Ausstellung folgende Gegenstände überlassen: Schwert mit Streifentauschierung, Schwertgurt mit Beschlägen und Pyramidenknöpfen, 3 Messer, Dreilagenkamm, Pinzette und 2 Sax.

Nun bin ich schon lange nicht mehr in dem Verein aktiv tätig, blieb ihm aber als passives Mitglied treu. Der Verein hat in der Zwischenzeit einige Veränderungen durchgemacht und ist nun in sehr guten Händen. Er wurde zum Beispiel in Cantus Ferrum umbenannt und sein Sitz ist nun in einem alten Tor der Stadt Amberg.

Im Jahr 2009 hatte ich als passives Mitglied dann doch mal wieder einen größeren Auftritt. Ich durfte auf dem vom Verein ausgerichteten Brunnenfest in Amberg den Kurfürsten geben. Mehr dazu unter www.amberger-brunnenfest.de.

Falls Sie mehr über diesen Verein erfahren möchten, so folgen Sie einfach diesem Link: www.cantus-ferrum.de

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Nürnberger Aufgebot 1474

Dem Nürnberger Aufgebot 1474 trat ich bei, als der Verein noch den Namen Dimicandens trug. Nachdem im Verein für erlebte Geschichte e.V. kein Schaukampf mehr trainiert wurde, überredeten man mich bei Dimicandens einzusteigen. Ich kannte die Leute vorher schon und ich muss sagen, Sie mussten sich nicht sonderlich anstrengen, um mich wieder zum Schaukampf zu bringen. Schaukampf hat mir schon immer Spaß gemacht und seit ich die Theatergruppe an meinem früheren Gymnasium verlassen hatte, bildete der Schaukampf einen adäquaten Ausgleich.

Lederbearbeitungswerkzeug

Nun, bei Dimicandens wurden die Leute auch älter und entwuchsen dem Studentenleben, was die notwendigen Proben und die Auftritte immer schwieriger machten. Die Leute hatten dafür weniger Zeit und die wechselnden Besetzungen erlaubten zum Schluss keinen fest eintrainierten Schaukampf mehr. Immer mehr mussten wir kurz vor dem Auftritt schauen, wer von den Leuten da ist, welche Kämpfe somit möglich waren und welche Story wir daraus machten. Das brachte auch einige sehr schöne Geschichten hervor, an die ich mich sehr gerne erinnere, wie der sagenhafte letzte Auftritt in Hirschhorn. Die Schaukampfzeit war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben, die ich nicht missen möchte. Aber wie gesagt, auch von dieser Zeit musste man nun einmal Abschied nehmen.

Nachdem also klar war, dass es mit dem Schaukampf keinen Sinn mehr machte, entschloss man sich bei Dimicandens auf die streng historische Schiene zu schwenken. Vor allem darum, weil der damalige feste Kern daran ein reges Interesse hatte. Jeder suchte sich so ein Handwerk, dass er darstellte und die gesamte Gruppe mimt seit dem ein Aufgebot, dass von Nürnberg im Jahr 1474 ausgeschickt wurde um in den Kampf um Neuss einzugreifen. Damit kam auch die Umbenennung zum Nürnberger Aufgebot 1474 mit der man sich dann von der Schaukampftruppe distanzierte. Ich habe im Aufgebot den Part des Lederarbeiters übernommen, wobei ich diesen auch nicht mehr in der Art ausfüllen kann wie anfangs. Aber da ich nicht als einziger beim Aufgebot die Lederbearbeitung mache, ist das nicht weiter schlimm. Was ich beim Aufgebot auch noch angefangen habe ist das Pilgern, aber darauf gehe ich hier in einem eigenen Teil ein.

Das Aufgebot finden sie natürlich auch im Netz unter folgender Adresse: www.aufgebot1474.de